21. Oktober 2007 - In dem Fall war es das 50-jährige Kirchenjubiläum, aus dem etwas Gutes wurde.
Ca. 30 Sänger/innen, ein Streichensemble, eine Pianistin und ein Pianist der Neuapostolischen Kirchengemeinden Aidlingen und Ehningen bestritten aus Anlass des Jubiläums am vergangenen Sonntagabend im Schlosskeller Deufringen ein Benefizkonzert. Der Erlös von 1000 Euro wird den ehrenamtlichen Patenschaften der Sonnenbergschule Aidlingen gespendet.
Ca. 140 Gäste waren der Einladung zum Konzert in den Schlosskeller gefolgt, dessen Gewölbe, blumengeschmückt, einen optisch sehr ansprechenden Rahmen abgab. Zu Beginn – nicht im Programm – gab es als Extra ein Cello-Solo, eine von Timo Reikowski virtuos gespielte Suite.
Danach trat Bürgermeister Ekkehard Fauth als Haus- und Schirmherr der Veranstaltung ans Rednerpult. „Die Neuapostolische Kirchengemeinde Aidlingen hat 50 Jahre lang eher im Stillen in der politischen Gemeinde gewirkt. Ich freue mich, dass sie nun, 2007 im Jubiläumsjahr, an die Öffentlichkeit tritt“. Und besonders erfreut zeigte sich Ekkehard Fauth darüber, dass der Erlös des Benefizkonzertes den ehrenamtlichen Patenschaften der Sonnenbergschule zugute kommt. Vor zwei Jahren habe man mit 10 „Problemschülern“ das Projekt gestartet. Stolz könne er mitteilen, dass jetzt, dank der patenschaftlichen Betreuung, acht Schüler, die sonst auf der Strecke geblieben wären, nach ihrem Schulabschluss eine Lehre beginnen können. Einige der Paten waren auch im Publikum anwesend.
Für die Neuapostolische Kirche übernahm der stellvertretende Leiter des Bezirks Sindelfingen, Wolfgang Renz, die Moderation. Das folgende Konzert sei ein Dank mit Liedern und Instrumentalspiel an Gott, der 50 Jahre seine schützende Hand über die Kirchengemeinde gehalten habe. Eine Form des Dankens, die alter biblischer Tradition entspreche. Ein Aidlinger Danklied, ein Psalm des 21. Jh. möge mit diesem Konzert erklingen.
Die Musizierenden wurden diesem Wunsch sowohl von der Auswahl der Stücke als auch von deren Aufführung her gerecht. Engagiert, nuanciert, teils nachdenklich, teils voller Freude wurde in wechselnden Besetzungen unter der Gesamtleitung von Marc Sieger gesungen und gespielt. Carmen Raepple dirigierte den Frauen- und Michael Feller den Männerchor. Zu Beginn ein Kanon von Michael Haydn „Ewiger Vater“, dem ein Stück für Frauenchor „Seliges Wissen“ und Mendelssohn Bartholdys „Lied ohne Worte“, E-Dur als Klaviersolo folgten.
„Bis hierher hat der Herr geholfen...“ klang es zuversichtlich und zum Schluss sehr anrührend vom Gemischten Chor, denn das Lied endet „...ach, bleib mit deinem Segen bei uns, o Herr und Gott“. Der Männerchor folgte mit „Meine Zeit in deinen Händen“, eine Komposition von Hermann Ober, die in drei schlichten Versen und ruhig verlaufenden Harmonien das zufriedene Glück eines Christen ausdrückt, sein Leben und seine Zukunft in der Gnade Gottes zu wissen. Noch hervorzuheben Bachs „Air“, gespielt vom Streichensemble, vom Frauenchor Mendelssohn Bartholdys „Hebe deine Augen auf“ aus dem „Elias“ und als letzter Vortrag, dieses Mal Gemischter Chor und Klavier, der bekannte altirische Segenswunsch „...und bis wir uns wiedersehen, möge Gott seine schützende Hand über dir halten“ in einer Vertonung von Günter Schwarze.
„Erstaunlich vielfältig - nachdenklich bis schwungvoll, dieser Psalm des 21. Jh., der mit diesem Konzert erklungen ist“, so Wolfgang Renz am Schluss, nachdem der begeisterte Applaus mit standing ovations verklungen war. Zugabe war die Wiederholung eines Stücks aus dem Konzert, gemeinsam vorgetragen vom Gemischten Chor, Streichensemble und Pianisten. „Nutze den Tag, Carpe diem“ von Wolander, einem zeitgenössischen Komponisten. Die Zugabe erfolgte in wirklich voller Besetzung – Dirigent Marc Sieger hatte zuvor das Publikum aufgefordert, mit einzustimmen. Der Liedtext mahnt, die Chancen, die das Leben bietet, zu nutzen, nichts auf morgen zu verschieben, sofort anzufangen. Und so klang es am Ende im Deufringer Schlosskeller im Refrain laut und vernehmlich, auch als Zuruf und Ermunterung für die Schüler und Paten, denen durch die Spende bei ihrer Arbeit Unterstützung zukommen soll: „Mach was draus ... ich mach was draus“ .