In einer Reihe von christlichen Feiertagen bildet Pfingsten den vorläufigen Höhepunkt. Nach Abschied an Karfreitag und Wiedersehen an Ostern ging Jesus Christus an Himmelfahrt zu seinem himmlischen Vater zurück und sagte den damaligen Jüngern Lebewohl bis zu seinem Wiederkommen.
Doch er ließ sie nicht ohne Hoffnung zurück: er verhieß einen Tröster, der zu ihnen kommen und seinen Platz einnehmen sollte. Der Heilige Geist ist dieser Tröster, der am ersten Pfingstfest auf die Gläubigen niederkam. Da man einen Geist nicht sehen konnte, erschienen damals Flammen, die bildlich gesprochen auf den Köpfen der Gläubigen auftauchten. Viel greifbarer als die Flammen waren jedoch die Auswirkungen unter den Menschen, die die Gegenwart des Heiligen Geistes bemerkbar machte. So war es den Menschen plötzlich möglich, sich miteinander zu unterhalten, obwohl sie die verschiedenen Sprachen eigentlich gar nicht beherrschten.
Der Heilige Geist als Übersetzer? Auch als Vermittler kann man ihn heute noch erleben. In Zeiten von Google und anderen Übersetzungsmaschinen kommt es trotzdem sehr häufig zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen. Man spricht dieselbe Sprache und versteht doch falsch - wer kennt das nicht? Lassen wir doch mal den Heiligen Geist übersetzen und sprechen wir die Sprache des Nächsten, dann werden vielleicht auch wir besser verstanden.
K. Bruhnke - Gemeinde Grafenau