„Bei Allem was mir heilig ist…“ – diesen Ausspruch, manchmal als Schwur vorgebracht, hört man öfter, wenn Menschen etwas bekräftigen wollen. Sei es, um ihre eigene Unschuld zu beteuern oder um eine flehentliche Bitte vorzutragen. Doch muss man sich manchmal fragen: was ist uns denn wirklich noch heilig? Die Familie, Freunde, Wahrheit – die Schöpfung gar?
Anfang dieses Monats haben wir das Erntedankfest gefeiert. Der Tisch in unseren Breitengraden ist – Gott sei Dank – immer noch reichlich gedeckt. Auch wenn wir aufgrund mancher Umstände aktuell Einschnitte hinnehmen müssen, haben wir allen Grund, für unser tägliches Brot, mit allem, was diese Bitte im Unser-Vater-Gebet beinhaltet, dankbar zu sein. Damit wir und unsere nachfolgenden Generationen noch lange Grund zur Dankbarkeit haben, sollten wir aber die Schöpfung bewahren und beschützen. Und nichts anderes ist doch damit gemeint: bei Allem was uns heilig ist. Die Schöpfung, unsere Mitmenschen, die Umwelt. Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten. Beim Einkaufen weniger Verpacktes aussuchen, mal das Auto stehen lassen und stattdessen zu Fuß gehen oder das Rad nehmen. Selbst ein Gebet um Frieden im eigenen Umfeld oder der Welt kann dazu beitragen, die Schöpfung zu heiligen. Die Schöpfung und nicht zuletzt den Schöpfer selbst. Wie es in einem Kinderlied heißt: „Wer hat die ganze Welt gemacht. So bunt und wunderschön.“ (Dirk Pfau).
Lassen Sie uns an Allerheiligen doch mal an alles denken, was uns heilig ist. An Alle, die uns heilig sind. Bei Allem, was uns heilig bleiben soll.
Heilig, heilig, heilig – heilig ist der Herr.
Heilig, heilig, heilig – heilig ist nur er.
Er, der nie begonnen. Er, der immer war.
Ewig ist und waltet, sein wird immerdar.
(aus einem Lied von J.P. Neumann; Chorbuch für den neuapostolischen Gottesdienst)
Text: Katja Bruhnke
Bild: Versonnen&Ollie / pixelio.de