Ein Dreivierteljahrhundert – so lange währt die Geschichte der neuapostolischen Kirchengemeinde Grafenau. Was 1933 mit ersten neuapostolischen Aktivitäten in Grafenau-Döffingen begann und 1949 in die offizielle Gründung der Gemeinde mündete, ist heute eine lebendige Gemeinschaft, die über die Grenzen ihres ursprünglichen Standorts hinausgewachsen ist.
In den Anfängen traf man sich in privaten Räumlichkeiten, unter der Leitung des ersten Vorstehers Hermann Kleinfelder. Später erhielt die Gemeinde ein eigenes Zuhause: 1980 wurde das Kirchengebäude in der Dätzinger Straße 56 erbaut. Nach einer umfassenden Renovierung im Jahr 2016 wurde das Gebäude Anfang 2017 wieder eingeweiht. Diese Gelegenheit nutzte man, um die beiden bisher selbstständigen Gemeinden Döffingen und Darmsheim unter dem Namen „Grafenau“ zusammenzuführen – ein Ausdruck der gewachsenen herzlichen Gemeinschaft.
Heute ist die Gemeinde Grafenau ein Ort des Glaubens und der Begegnung. Gläubige aus den Orten Döffingen, Dätzingen, Darmsheim, Ostelsheim, Schafhausen, Dagersheim, Ehningen, Aidlingen und Maichingen kommen hier zu Gottesdiensten und Veranstaltungen zusammen. In den vergangenen 75 Jahren prägten zehn Gemeindevorsteher und unzählige festliche Gottesdienste, musikalische und andere Ereignisse die Entwicklung der Gemeinde – jeder Schritt ein Beweis für das lebendige Miteinander und den Glauben, der die Mitglieder verbindet.
Das Jubiläumsjahr 2024 war reich an Höhepunkten: Vom Gemeindeausflug zum Nationalparkzentrum Ruhestein, bei dem Gemeinschaft und Freude trotz wechselhaften Wetters im Vordergrund standen, bis hin zur Begegnung mit der dunklen deutschen Geschichte bei einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen. Ein weiteres Highlight war die Feier zur 10-jährigen Gemeinde-Partnerschaft mit der neuapostolischen Kirchengemeinde Dortmund-Marten, die von herzlichen Besuchen, Gastgeschenken und unvergesslichen Momenten geprägt war.
Feierlicher Höhepunkt des Jubiläumsjahres war der Gottesdienst am 8. Dezember 2024 mit Bischof Matthias Grauer. Die Klänge von „Joy to the World“, dargeboten von unseren Kindern, spiegelten nicht nur den Geist der Weihnachtszeit wider, sondern auch die Freude und Dankbarkeit für 75 Jahre Glauben, Gemeinschaft und Wachstum.
Nun neigt sich das Jubiläumsjahr 2024 zu Ende und wir können dankbar auf die Ereignisse in diesem Jahr zurückschauen. Es gab viel Grund zur Freude, u.a. Taufgottesdienste, Erweiterung des Seelsorgerkreises durch Ordination einer Diakonin, Konfirmationsgottesdienst, Jugendgottesdienste und Seniorenzusammenkünfte in der Kirche.
Aber auch Trauer ist eingekehrt u.a. durch den schmerzlichen Heimgang des früheren Gemeindevorstehers Evangelist Thomas Lutz, der im Alter von nur 57 Jahren verstarb.
Mit 130 Gemeindemitgliedern, einem ca. 20-köpfigen gemischten Chor, Jugend- und Kinderaktivitäten und der seelsorgerischen Betreuung durch 7 priesterliche Ämter, einer Diakonin und 5 Diakonen hat die Gemeinde ein lebendiges Grundgerüst, das positiv in die Zukunft blicken lässt.