Erntedank – in erster Linie denken wir bei diesem Wort an den Dank gegenüber Gott für eine gute Ernte an natürlichen Gaben. So sehen wir in den Kirchen oft wunderschön geschmückte Altäre mit Brot, Kürbissen, Kartoffeln, Kohl, Äpfeln und vielem mehr.
Doch nehmen wir auch mal eine andere Sichtweise an. Ist uns klar, dass es so viel mehr gibt, wofür wir danken können?
Für die Familie, die Freunde, ein Zuhause, den Arbeitsplatz und nicht zuletzt die Gesundheit.
Vergessen wir aber auch nicht dankbar zu sein, dass wir Gott lieben und an ihn glauben dürfen. Der Glaube ist ein Geschenk.
Damit er wie eine Pflanze wachsen und gedeihen kann, müssen wir ihn pflegen. Wie geht das?
Eine Pflanze benötigt Luft – das Gebet ist wie das Atmen der Seele.
Auch Licht ist für das Wachstum nötig. Wir dürfen dankbar sein für die Gnadensonne, die Jesus durch sein Opfer hat aufgehen lassen.
Nicht zuletzt benötigt eine Pflanze auch den Regen, um gedeihen zu können. Der Segen Gottes ist wie ein warmer Regen, der dafür sorgt, dass unser Glaube lebendig bleibt und nicht vertrocknet.
Alle diese Bestandteile finden wir im Gottesdienst, wo wir auch die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen erleben dürfen. Diese Gemeinschaft stärkt uns und bietet Schutz, wenn wir einmal schwach sind. Auch dafür dürfen wir dankbar sein.
Man könnte noch viel mehr Punkte aufführen, für die wir danken dürfen. Und trotzdem gibt es Menschen, die gerade in Umständen und Situationen leben müssen, in denen sie wenig Grund für Dankbarkeit haben: der Verlust eines geliebten Menschen, die fehlende Gesundheit, ein verlorener Arbeitsplatz. Denken wir an alle Menschen, die weltweit unter Krieg und Gewalt leiden. Denken wir an die Hungersnöte.
Wir dürfen für diese Menschen beten, dass sich die Umstände ändern, Frieden geschaffen werden kann und die Ernte weltweit so verteilt wird, dass niemand mehr Hunger leiden muss. Beten wir auch dafür, dass das Geschenk des Glaubens von vielen Menschen angenommen werden kann.
Denn der Glaube macht uns reich und dankbar.