Pfingsten gilt als der Geburtstag der Kirche. Fünfzig Tage nach Ostern erinnern sich Christinnen und Christen daran, dass Gottes Geist die Jünger erfüllte und ihnen neuen Mut schenkte. Was zuvor von Angst und Unsicherheit geprägt war, wurde plötzlich von Hoffnung, Kraft und Begeisterung getragen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Christi Himmelfahrt wirkt auf den ersten Blick wie ein Abschied. Jesus entzieht sich dem unmittelbaren Zugriff, steigt auf – und lässt seine Jüngerinnen und Jünger zurück. Und vielleicht fühlen wir uns manchmal ähnlich: zurückgelassen in einer Welt, die uns zunehmend herausfordert, verunsichert oder überfordert. Unsere Gegenwart ist geprägt von großen Fragen: Kriege und Gewalt rücken näher, auch deren Auswirkungen führen zu gesellschaftlichen Gräben, die immer tiefer werden, der Umgangston wird rauer. Viele Menschen sorgen sich um ihre Zukunft, um ihre Arbeit, um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Auch die rasante technologische Entwicklung – etwa durch künstliche Intelligenz – wirft neue ethische Fragen auf: Was macht den Menschen aus? Wo bleibt Raum für Mitgefühl, Verantwortung und Würde? Genau in diese Welt hinein fällt das Fest der Himmelfahrt.