In diesen Tagen ist Pfingsten für viele Menschen nicht mehr als ein langes Wochenende. Doch eigentlich ist Pfingsten der dritthöchste Feiertag im christlichen Kirchenjahr, neben Weihnachten und Ostern, und gilt auch als Geburtstag der Kirche Christi. Der Name Pfingsten wird vom griechischen Wort "pentecoste hemera" abgeleitet, was soviel wie der 50. Tag bedeutet – im Christentum bedeutet Pfingsten das Fest der Entsendung des Heiligen Geistes auf die Apostel und damit die Entstehung der Kirche am 49. Tag nach dem Ostersonntag. Im Judentum wird ebenfalls Pfingsten am 50. Tag nach Pessach (Ostern) gefeiert. Insofern gibt es Gemeinsamkeiten, die auch nach der Trennung von Christentum und Judentum beibehalten wurden.
Im anglikanischen Raum wird Pfingsten als ‚Pentecost‘ bezeichnet. Der zweite englische Name für Pfingsten – Whitsun – stammt von den weißen Gewändern, die von den Menschen getragen wurden, welche an diesem Sonntag getauft wurden.
Die Bibel berichtet, dass Petrus an Pfingsten zu den Menschen in Jerusalem sprach und ihnen sagte: „Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.“ (Apostelgeschichte 3, 38)
Eine weiße Taube – als Verbindung zur Taufe Jesu am Jordan (Markus 1, 10) – steht als Symbol für die Taufe mit Wasser und dem Heiligen Geist und damit auch für Pfingsten.
In der Antike stand die Taube als Symbol für Sanftmut und Liebe. In der biblischen Geschichte der Sintflut bringt eine von drei ausgesandten Tauben einen grünen Ölzweig zur Arche Noah zurück und signalisiert damit Rettung, Frieden und Neuanfang. Heute gilt die weiße Taube weltweit als Symbol der Friedensbewegungen. Für das friedvolle Miteinander der Menschen braucht es ein geistiges Fundament. Damit meint man nicht eine einzige Konfession, aber eine verbindende geistliche Grundlage. Genau das wurde an Pfingsten damals in Jerusalem erlebbar. Lassen wir uns nicht ermüden, mit Friedensgebeten für das Ende des Krieges in der Ukraine aber auch allen anderen Kriegen auf dieser Welt zu beten. Schon damals in Noahs Arche hat der Glaube gesiegt: Immer wieder gab es Rettung, Überleben und Neuanfang im Untergang.
Der Heilige Geist inspiriert uns, er gibt uns heilende und Heil machende Gedanken, der uns auch in schwierigen Zeiten beisteht. Er lässt uns mutig und im Vertrauen auf Gott durchs Leben gehen.
Die Neuapostolische Gemeinde wünscht allen Bürgerinnen und Bürgern ein gesegnetes Pfingstfest.
Text: Anette Lörcher