Biennale Sindelfingen 2023 - Vielfältiges Sindelfingen. Ein Aspekt der Vielfältigkeit war die Vielfalt der Religionen. So fanden unter der Überschrift "Sindelfinger Pilgerwege - Wege die verbinden" an den ersten drei Samstagen im Juli im Rahmen der diesjährigen Sindelfinger Biennale interreligiöse Begegnungen statt.
Einen Artikel zum Goldbergweg am ersten Samstag, ist in der Sindelfinger Zeitung vom 8. Juli 2023 nachzulesen oder online unter Biennale 2023 – Pilgerwege zwischen Sindelfinger Gotteshäusern | SZ/BZ (szbz.de)
Der Innenstadtweg am zweiten Samstag startete an der evangelischen Martinskirche. Pfarrer Jens Junginger erzählte die Geschichte dieses Gotteshauses. Zum Ende der Ausführungen erhielten die Pilger noch einen kleinen Vorgeschmack auf das am Abend in der Kirche stattfindende Konzert mit Orgel und Vibraphon.
Zweite Station der Pilgergruppe, war die Griechisch-Orthodoxe Kirche in Sindelfingen – „Die Auferstehung“ – in der Wolboldstraße. Hier wurden uns vom zuständigen Pfarrer Erzpriester Lazaros Kagkelidis die wesentlichen Merkmale der Orthodoxen Kirche insbesondere mit ihren Ikonen und deren Bedeutung erläutert. Auch die Besonderheiten der Orthodoxen Liturgie wurden beispielhaft ausgeführt. So wurde auch ein Liturgischer Gesang von drei Geistlichen vorgetragen.
Abschließend wurden alle Pilger eingeladen Wegzehrung in Form von griechischem Gebäck und Wasser mitzunehmen.
Eine weitere Station auf dem Weg war das Gotteshaus der Katholischen Kirchengemeinde Zur Heiligen Dreifaltigkeit in der Bleichmühlenstraße neben der Feuerwehr. In diesem vergleichsweisen jungen Sakralbau aus den Anfängen der 1950er Jahre – es ist die erste katholische Kirche seit der Reformationsbewegung im 16. Jahrhundert – war es erstaunlich kühl und eine die Pilgergruppe konnte sich etwas von der Hitze an diesem Tag etwas erholen.
Die Pastoralreferentin Ingrid Wedl erzählte ebenfalls interessantes zum Gebäude. Im Wesentlichen veranschaulichte Sie jedoch die Bedeutung der Eucharistie und der damit verbundenen Wandlung von Brot und Wein. Begleitet wurden diese Ausführungen von den Pilgern selbst. Begleitet von dem Kantor an der Orgel konnten ein entsprechendes Liede aus dem Gotteslieb mitgesungen werden.
Nach dem Halt in der Katholischen Kirche machten sich Pilger auf den längsten Abschnitt dieses Pilgerwegs, zur Neuapostolischen Kirche.
Hier wurden sie von zwei Geschwistern empfangen und zunächst in das Kirchenschiff gebeten.
Im Planungsgremium wurde der Wunsch geäußert, die Neuapostolische Kirche zu präsentieren. So wurde in kurzen Worten die Geschichte, das Wesen und die wesentlichen Merkmale der Neuapostolischen Kirche vorgestellt – für jede Station wurden etwa 20 Minuten eingeplant. Und da Musik und im speziellen Orgelmusik in unserer Kirche einen exponierten Platz einnimmt, durfte auch hier ein gemeinsames Lied nicht fehlen. So stimmten alle kräftig in das bekannte Lied Großer Gott, wir loben dich ein. Zum Abschluss konnten sich die Pilger noch einen kleinen Eindruck des Gebäudes, genauer der zahlreichen Räumlichkeiten im Untergeschoss machen, bevor wir aufbrachen zur letzten Station – unseren Nachbarn der Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Friedenskirche Sindelfingen.
In der Friedenskirche ging Pastor Maik Berghaus auf einige der „Baptists – Principals“, der Grundsätze der Baptisten ein. Bemerkenswert war das Taufbecken für die Gläubigentaufe. Im Unterschied zur Kindstaufen werden hier Menschen getauft, die ihren Glauben an Jesus Christus aus freiem Willen bekennen, somit in einem Alter sind, in dem sie selbst entscheiden können.
Zum Ende der Ausführungen haben die Pilger gemeinsam das Unser Vater gebetet, das alle christlichen Kirchen verbindet.
Auf Einladung durch Pastor Berghaus, konnten alle Pilger sich noch bei Gegrilltem mit den zahlreichen Gemeindemitgliedern austauschen und den Nachmittag ausklingen lassen.
Der dritte Samstag stand im Zeichen des Viehweidewegs. Wobei hier der Pilgerreise auf sehr begrenztem Raum stattfand. Treffpunkt war die Auferstehungskirche am Hans-Thoma-Platz in der Viehweide. Hier stellte sich zunächst die Rumänisch-Orthodoxe Kirchengemeinde vor. Pfarrer Stefan Arghir ging auf die Ikone der Gemeinde „Die Auferstehung Christi“ ein und erklärte, wie eine Ikone im Allgemeinen gelesen wird.
Zweite „Station“ – die sich ebenfalls in der Kirche befand – war der Interreligiöse Dialog „Dem Himmel nah“. Hier begrüßte Steffen Stürner, Mitglied des Leitungskreises, die Pilger und informierte über die Entstehung dieses Interreligiösen Dialogs im Dekanat Böblingen.
Anna Kamenik, Referentin für den Interreligiösen Dialog, bewegte die Pilger dazu gemeinsam Begriffe, Redewendungen, spirituellen und philosophische Aussagen verschiedenen Weltreligionen und auch weltlichen Organisationen zu zuordnen. So war beispielsweise ein Begriffspaar: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – „Artikel 1 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland“. Mit weiterem aktivem Einsatz der Anwesenden wurde das Thema „Religiöser Dialog“ unter den Pilgern gefördert, wodurch es zu anregenden Gesprächen und Begegnungen kam.
Kulturamtsleiter Markus Nau, Verantwortlicher für die Biennale Sindelfingen, bedankte sich für die rege Teilnahme bei den Durchführenden wie auch bei den Pilgern.
Alles in Allem waren es drei sehr interssante uns spannende Wege aus denen viele neue Verbindungen entstanden sind.