Zum Festakt am Freitag 24. November 2023 waren alle interessierten Bürger, der Bürgermeister und die Pfarrer der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinden eingeladen.
Zum Festakt wurde eine Festschrift verfasst, in der Geschichte und Leben in dieser Kirchengemeinde beschrieben werden. Ein in der Kirche angebrachter Zeitstrahl mit chronologischer Darstellung vieler Ereignisse im Laufe der Jahre machte das Gemeindeleben lebendig und sichtbar. Seinen Startpunkt bildet der 22. November 1923, der als Gründungstag der Kirchengemeinde gilt.
Im Namen der Neuapostolischten Kirchengemeinde Magstadt begrüßte Gemeindevorsteher Oliver Eberhard jeden Einzelnen der Anwesenden recht herzlich. Namentlich wurden auch der Pfarrer Dr. Kenneth Obinna Kurumeh von der Katholischen Kirche, Andreas Schlegel, Mitglied des Kirchengemeinderats der Evangelischen Kirche, und Bürgermeister Florian Glock begrüßt. Unterstrichen wurde die Begrüßung mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Großer Gott wir loben dich.“
Nach einer Einführung in die 100-jährige Geschichte der Gemeinde Magstadt, vorgetragen von Gemeindemitglied Silvia Link, folgten Grußworte der drei oben genannten Gäste. Bürgermeister Florian Glock überreichte dabei einen Siebdruck eines von Gerhard Eberle aus Magstadt gemalten Bildes vom Magstadter Rathaus, dessen Farben die Lebendigkeit der kirchlichen und weltlichen Gemeinde hervorheben sollen. Andreas Schlegel überreichte im Namen der Evangelischen Kirchengemeinde eine Friedenskerze mit dem Wusch, diese bei künftigen gemeinsamen Anlässen anzuzünden. Ein Streicherensemble sorgte jeweils zwischen den Grußworten für eine musikalische Überleitung.
Ein kulturgeschichtlicher Beitrag zur Orgel rundete das Programm ab. Wolfgang Renz, stellvertretender Bezirksvorsteher im Ruhestand, verknüpfte ihren Werdegang geschickt mit der Frage: Was verbindet diese Orgel mit dem Pinot Noir aus dem Burgund und dem Spätburgunder vom Bodensee? Kulturgeschichte verbindet! In diesem Fall Süddeutschland mit dem französischen Burgund, Orgelbau mit Weinbau, Magstadt mit Dijon in Frankreich sowie mit Salem am Bodensee. Interessant sind die Hintergründe: Die Orgel befand sich zunächst im Privateigentum der Orgelbaufirma Schmid und wurde unter anderem am Firmensitz in Kaufbeuren zu Demonstrationszwecken und bisweilen auch als Interimsinstrument eingesetzt. So stand sie zwischenzeitlich als Übergangsinstrument in der Kathedrale von Dijon, der alten Hauptstadt des Burgund, bis dort 1996 eine neue Schmid-Orgel eingeweiht werden konnte. Im Jahr 2007 wurde das Instrument an die Neuapostolische Kirchengemeinde Magstadt verkauft. An ihrem neuen Platz, mitten auf der Empore, wirkt diese Orgel in Klang und Optik so, als wäre sie speziell für die Kirche in Magstadt gebaut worden. Da Brot und Wein wichtige Symbole der Christen sind - Brot steht für das Wort Gottes, Wein für göttliche Freude, und bei der Feier des Heiligen Abendmahles verschmelzen beide Begriffe miteinander - verbindet der Wein Magstadt nun auch mit dem Weinbau am Bodensee und im Burgund, namentlich mit Salem und Dijon.
Mit dem Stück Processional in Es-Dur von N. Johnson folgte eine Kostprobe der Orgel durch Organist Alex Schabel, was Gemeindevorsteher Oliver Eberhard in seinen Schlussworten schmunzelnd folgendermaßen kommentierte: „Jetzt wissen wir nicht nur wie Burgund schmeckt, jetzt wissen auch noch wie Burgund klingt“.
Im Anschluss an den Festakt wurde zu einem Stehempfang mit Imbiss eingeladen.
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