„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1. Mose 8, 22)
Stand Juli 2024 gehörten Somalia, Afghanistan und Syrien zu den Ländern, deren Bevölkerungen global am schwersten unter akutem Hunger litten. In Somalia war mit 97 Prozent nahezu die gesamte Landesbevölkerung von einer akuten Hungerkrise betroffen (veröffentlicht von Statista Research Department, 12.07.2024). Angesichts dieser Zahlen muss man sich fragen, ob Gott bei seiner Aussage nur die Menschen in Deutschland oder Europa gemeint hat. Den meisten Menschen in unseren Breitengraden geht es gut, wir gehen in prall gefüllte Supermärkte, oft haben wir sogar die Qual der Wahl. In Afrika, aber auch in anderen Ländern der Erde, wissen die Eltern abends oft nicht, was sie am nächsten Morgen ihren Kindern zum Essen geben sollen. Hierzulande gibt es mittlerweile sogar Organisationen, die gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen. Welch ein krasser Unterschied. Doch ist daran etwa Gott schuld? Hat er den Anbau und die Verfügbarkeit der Lebensmittel auf der Erde falsch geplant? Nein, sicher nicht. Er hat die Zusage gegeben, dass die Erde von allem genügend hervorbringen werde für seine Bewohner. So ist also die Aufgabe der Bewohner, was die Erde bereitstellt, gerecht zu verteilen.
Aus dem Erntedankgottesdienst am 6. Oktober 2024 mit Michael Ehrich, Kirchenpräsident der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland: „Wenn ihr aber die Ernte eures Landes einbringt, sollt Ihr nicht alles bis an die Ecken des Feldes abschneiden, auch nicht Nachlese halten, sondern sollt es den Armen und Fremdlingen lassen. Ich bin der Herr, Euer Gott.“ (3. Mose 23, 22). Lassen wir also auch für die Armen, denen es nicht so gut geht, von der Ernte übrig. Es wird für alle reichen.
An Erntedank wollen wir gerne unserem Gott danken, dass es wieder Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht gegeben hat – und weiterhin geben wird. Und wenn es uns möglich ist, von dem, was wir zu viel haben, etwas abzugeben, wollen wir es freudig tun. Denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück, sagt schon ein altes Sprichwort.