Am verlängerten Wochenende rund um den Tag der Deutschen Einheit und das Erntedankfest war es wieder so weit: Eine Delegation der Neuapostolischen Kirchengemeinde Grafenau durfte ihre langjährige Partnergemeinde Dortmund-Marten besuchen. Seit mittlerweile elf Jahren verbindet beide Gemeinden eine herzliche Freundschaft – trotz der rund 440 Kilometer, die sie trennen.
Ein geselliger Start in Dortmund
Zum Auftakt des Wochenendes trafen sich Gemeindemitglieder beider Gemeinden in der Brauerei Hövels im Herzen Dortmunds. Bei leckeren Dortmunder Spezialitäten und kühlen Getränken genossen alle einen gemütlichen Abend in fröhlicher Runde. Schnell füllte sich der Raum mit Lachen, vertrauten Gesprächen und echter Freude über das Wiedersehen.
Kultur, Geschichte und Begegnung
Am nächsten Tag führte der Weg zur beeindruckenden Villa Hügel, auch bekannt als Villa Krupp – einst Wohnsitz der Industriellenfamilie Krupp, erbaut in den Jahren 1870–1873. Dieses imposante Bauwerk erzählt auf eindrucksvolle Weise von der Geschichte des Ruhrgebiets und dem Lebenswerk Alfred Krupps.
Im Anschluss ging es per Schiff über den Baldeneysee auf der Ruhr bis nach Essen-Kettwig – dem größten und wohl charmantesten Stadtteil Essens. Nach einer gemütlichen Kaffeepause führte ein Stadtführer durch die historischen Gassen des ehemaligen Tuchmacherstädtchens. Fachwerk, Kopfsteinpflaster und Geschichte zum Anfassen – Kettwig verzauberte alle Anwesenden.
Beim gemeinsamen Abendessen klang der Tag in geselliger Runde aus – erfüllt von schönen Eindrücken, herzlichen Begegnungen und viel Lachen.
Wandel und Geschichte im Ruhrgebiet
Am nächsten Tag stand die Zeche Nordstern in Gelsenkirchen auf dem Programm. Unter dem Motto „Stetiger Wandel und Transformation – Wandel ist immer“ zeigte das Museum eindrucksvoll, wie sich das Ruhrgebiet verändert hat. Besonders bewegend war der Blick zurück auf die schwere Arbeit der Bergleute, die unter oft schwierigen Bedingungen ihren Beitrag zur Industrialisierung leisteten.
Die Zeche Nordstern wurde bereits 1994 stillgelegt – die letzte deutsche Kohlenzeche schloss im Jahr 2018. Heute vereinen sich auf dem Gelände alte Industriekultur und moderne Architektur – ein Sinnbild dafür, dass Wandel Teil des Lebens ist.
Am Abend durften die Teilnehmenden der beiden Gemeinden beim Vorsteher der Gemeinde Dortmund-Marten zu Gast sein. Bei leckerem Essen und intensiven Gesprächen endete der Tag mit einem herzlichen Gefühl von Gemeinschaft.
We are family!
Erntedank – Dankbarkeit, die verbindet
Am Sonntag feierten beide Gemeinden gemeinsam im Gottesdienst das Erntedankfest.
Das Motto des Tages lautete:
„Worin zeigt sich Dankbarkeit?“
Dankbarkeit zeigt sich auf vielfältige Weise – in Worten, in Gesten, im Miteinander und im Herzen.
Dankbares Echo aus Grafenau: „Wir Grafenauer sind dankbar,
Mit erfüllten Herzen, schönen Erinnerungen und tiefer Dankbarkeit traten die Grafenauer die Heimreise an – im Wissen:
Gemeinschaft im Glauben überwindet jede Distanz.
Text Anette Lörcher, Bilder Anette Lörcher und Lothar Widlitzki