In Folge sehr starker Regenfälle Im Juni 2021 wurde das Untergeschoss der Kirche in Althengstett-Neuhengstett geflutet und musste umfangreich renoviert werden. Aufgrund der Einflüsse der Corona-Pandemie und der angespannten Lage im Baugewerbe konnten die Renovierungsarbeiten erst knapp ein Jahr später beginnen. Für die Zeit der Renovierung erlebte die Gemeinde Neuhengstett eine besondere Nachbarschaftshilfe aus dem benachbarten Kirchenbezirk Calw.
Bereits im Januar 2022 weihte Bezirksapostel Michael Ehrich die neu erbaute Neuapostolische Kirche in Calw (Siehe Bericht: Kirchengebäude der Gemeinde Calw eingeweiht)). Die bisherigen vier Stadtgemeinden in Calw bilden seither eine Gemeinde. Somit war auch das Kirchengebäude in Calw-Heumaden nicht mehr genutzt worden.
Die beiden Kirchengebäude Neuhengstett und Calw-Heumaden liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt. So konnte die Gemeinde Neuhengstett von März 2022 bis zum Abschluss der Renovierungsarbeiten im Sommer 2023 das Kirchengebäude in Calw-Heumaden für Gottesdienste und Gemeindeaktivitäten nutzen.
Den letzten Gottesdienst in der Kirche Calw-Heumaden hielt Bezirksältester Bernd Rinderknecht am 4. Oktober 2023 mit dem Wort aus Psalm 24,3.4: „Wer darf auf des Herrn Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lüge und nicht schwört zum Trug.“
Bezirksältester Matthias Sicha, Leiter des Kirchenbezirks Calw, und der Gemeindevorsteher der Gemeinde Neuhengstett, Priester Martin Stöhr, wurden um weitere Predigtbeiträge gebeten.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls gab der stellvertretende Bezirksvorsteher aus Calw, Bezirksevangelist Manfred Pfrommer, der selbst einige Jahre als Vorsteher in Calw-Heumaden wirkte, noch einen kurzen Einblick in die Geschichte der Kirchengemeinde:
Gegründet wurde die neuapostolische Gemeinde in Heumaden im Jahr 1971 mit rund 50 Mitgliedern. Den Weihegottesdienst führte der Bezirksälteste Heinz Gengenbach am 21. November 1971 durch. Evangelist Egon Hagmann wurde als Vorsteher beauftragt und blieb dies über drei Jahrzehnte bis 2002. Ihm folgten Manfred Pfrommer, Werner Gessner und Arne Hildebrandt als weitere Vorsteher.
Ende Juli 1994 wurden am Gebäude größere Umbau- und Renovierungsmaßnahmen durchgeführt. Die baulichen Veränderungen verbesserten die Aufenthaltsmöglichkeiten für Eltern und Kinder zur Gottesdienstteilnahme sowie die Räumlichkeiten für die Durchführung des Vorsonntagsschulunterrichts. Apostel Wolfgang Eckhardt stellte das Gotteshaus in einem Festgottesdienst am Sonntag, 27. November 1994 wieder in Dienst.
Die Gemeinde wuchs in den Folgejahren bis 2014 auf ca. 100 Mitglieder an, die von drei Priestern und vier Diakonen betreut wurden.
Danach wurde das Kirchengebäude profaniert. Die Gemeinde Neuhengstett konnte mit dem Gottesdienst am Sonntag, 8. Oktober, wieder ihr eigenes, frisch renoviertes Kirchengebäude beziehen.