Lebendiger Adventskalender am vierten Advent auf dem Ehninger Marktplatz Drei Ehninger Kirchengemeinden haben in diesem Jahr an drei Adventssonntagen auf dem Marktplatz einen lebendigen Adventskalender gestaltet.
Am Sonntag, 19.12., waren es die neuapostolischen Kirchengemeinden Ehningen/Aidlingen, deren gemischter Chor, Leitung Udo Reikowski, Gemeindevorsteher Karl-Heinz Bruhnke, Kinder und andere Akteure für die Programmgestaltung sorgten. Gerade waren um 16 Uhr die Glocken der ev. Pfarrkirche verstummt, als passend dazu nach der Begrüßung durch K.-H. Bruhnke „Süßer die Glocken nie klingen...“ vom gemischten Chor zu hören war. Mitten auf dem Marktplatz hatten sich zwei- und vierbeinige Schafe, vier Hirten und als Hütehund ein sehr braver schwarzer Riesenschnauzer um ein wärmendes Feuer eingefunden. Die zweibeinigen Schafe waren viele verkleidete Kinder, die sich recht schnell mit den vierbeinigen anfreundeten. Diese hatte das Schäferehepaar, Rose und Paul Kern, aus dem Maurener Tal mitgebracht. Zur Freude aller waren auch zwei Lämmer dabei. Das zahlreiche Publikum durfte nun hören, was sich die Schäfer zu erzählen hatten. Ziemlich raubeinige Gesellen und so auch ihre bodenständige Unterhaltung im schwäbischen Dialekt, bis ... o Wunder, ganz oben auf dem obersten Balkon eines angrenzenden Hauses ein ziemlich leibhaftiger Engel erschien und die Frohe Botschaft, die mit dem Weihnachtsgeschehen verbunden ist, lautstark verkündete. „Horch, wie es die Nacht durchhallt ...“ war das Echo des Chors, während den Raubeinen ganz allmählich etwas dämmerte, ein Licht aufging, obwohl sie es kaum glauben konnten. Ein Kind sollte alles auf den Kopf stellen, was die Hirten bisher erlebt hatten – Frieden statt Krieg, Freude statt Elend und Not, nein, das ging gar nicht – oder doch? Die Männer wurden nachdenklich und entschlossen sich, den Heiland, das Christkind zu suchen. „Engel singen Jubellieder ...“ , so wurden die Hirten musikalisch vom Chor begleitet, als sie sich auf den Weg machten.
Auf dem Marktplatz war es inzwischen dunkel geworden – und mit dem gemeinsamen Gesang aller „Tragt in die Welt nun ein Licht“ wurden viele Kerzen entzündet. „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen!“ Damit beendete K.-H. Bruhnke seine Schlussworte nach dem Dank an alle Akteure und nicht zuletzt auch an das Publikum, nicht ohne zuvor allen Geborgenheit, Hilfe, Freude und Gnade gewünscht zu haben, genau das, was Inhalt der Frohen Botschaft ist.
„O du fröhliche“ erklang es nun auf dem Ehninger Marktplatz, von allen mit Freude gesungen, während die beiden Lämmer ungelenk, aber zufrieden wirkend (weil ihr Auftritt vorbei war?) um die Beine des Dirigenten herumsprangen.
Siehe auch: Kreiszeitung Böblinger Bote 22.12.2010